"Ein Jahr von Jesus"

Ein abschließendes Gespräch mit Marili und Jorem und ihre Erfahrungen während dem Freiwilligen Sozialen Jahr in unserer Gemeinde. 

Ihr beide habt einen recht unterschiedlichen kirchlichen Hintergrund mitgebracht. Während du Marili in einer kleineren Emk-Gemeinde kirchlich „sozialisiert“ bist, ist Jorem durch die Erfahrungen einer großen Gemeinde und bekannten Bibelkonferenzstätte geprägt. Erinnert ihr euch noch mit welchen Erwartungen ihr nach München gekommen seid?

 

Marili: Ich war ja sehr gespannt und hatte schon Respekt vor den ganzen Dimensionen und Gruppengrößen in dieser Gemeinde. Zwar hatte ich schon im Vorfeld in meiner Heimatgemeinde Erfahrungen in der Kinderarbeit gemacht,  doch waren die Teilnehmergrößen da sehr überschaubar. Meine Befürchtungen, mit vielen Kindern in einer Gruppe kaum klarzukommen, haben sich jedoch nicht bewahrheitet. Ich konnte auf eine wirklich gut organisierte Struktur und jede Menge Unterstützung zurückgreifen. Das hat es mir sehr leicht gemacht.

Jorem: Ich kannte die Emk vorher fast gar nicht. Eigentlich nur von Erzählungen meines Vaters, der früher selbst Pastor in der Emk war. Ich wusste erstmal auch nicht welche Glaubenseinstellungen und theologische Ausrichtung mich in der Erlöserkirche München erwartet. Bei einer sehr liberalen Ausrichtung glaube ich, hätte ich echt Probleme bekommen. Gott sein Dank fand ich so eine Einstellung in dieser Gemeinde aber nicht vor. 

Euer Aufgabenbereich in der Erlöserkirche war ja sehr umfangreich. Neben der Kinder- und Jugendarbeit wurdet ihr z.B. auch in der Verwaltung, Küsterei und bei der Öffentlichkeitsarbeit eingesetzt. Außerdem wurde hier auch ein gewisses Maß an persönlichem Einsatz von einem FSJ erwartet. Was hat euch Spaß gemacht und wo habt ihr gemerkt, dass ihr an eure Grenzen stößt?

 

Jorem: Mein Lieblingsbereich war der Jugendkreis. Hier hatte ich an sich wenig Erfahrung mitgebracht, doch habe ich in dem Jahr für mich gemerkt, dass ich mit Jugendlichen ganz gut kann. Herausfordernd war für mich das Maß an Verantwortung, dass man eigentlich von Anfang an hier übertragen bekommen hat. Das war ich nicht gewohnt und ich musste erstmal lernen, damit umzugehen.

Marili: Bei mir war es auch die Kinder- und Jugendarbeit – hier aber ganz besonders die farsisprachige Scoutsgruppe. Als zu meiner Anfangszeit diese Gruppe gebildet wurde, haben sich die Kids kaum gekannt. Die sprachliche Barriere zwischen uns war groß und die Möglichkeit, ihnen etwas von den Werten der Bibel zu vermitteln zunächst sehr klein. Mittlerweile ist da echt was zusammengewachsen. Die Kinder kommen gut miteinander aus und unterstützen sich gegenseitig. Die Einführung dieser Gruppe mit einer funktionierenden Organisation und Struktur war die größte Herausforderung, der ich mich in diesem Jahr stellen musste.

Habt ihr eine bestimmte Glaubenserfahrung in dem Jahr machen können?

 

Marili: Früher fühlte ich mich nicht gewachsen, eine Gruppe selbständig zu leiten oder gar offen mit Jugendlichen oder für Jugendliche zu beten. Irgendwie konnte ich da noch nicht so auf einen gefestigten Glauben zurückgreifen. Jetzt bin ich froh, zu wissen, dass ich das kann und dass Gott mir diese wichtige Erfahrung geschenkt hat.

 

Jorem: Nun, ich war ja in allen möglichen Gruppen auch Teilnehmer. Da ich schon über recht gutes Bibelwissen verfügte, hatte ich hier gute Gelegenheit dies in meinen Andachten weiterzugeben. Mir hat es viel Freude bereitet diese Andachten vorzubereiten. Letztlich konnte ich in diesem Jahr viel in meine Beziehung zu Jesus investieren.

 

Wie geht es jetzt für euch weiter?

 

Marili:  Ab dem Herbstsemester möchte ich gerne Jura studieren. Ich habe mich an einigen Fakultäten in Baden-Württemberg beworben.

 

Jorem: Und ich möchte gerne Japanologie studieren. Ich habe mich an mehreren Universitäten u.a. auch in München beworben.

 

Wenn ihr das Jahr mit einem Satz beschreiben müsstet, wie würde dieser ausfallen?

 

Jorem: Die Stellenausschreibung hieß ja ein Jahr für Jesus. Ich finde es war ein Jahr von Jesus.

 

Marili: Dem stimme ich zu. Es war die beste Entscheidung, die ich nach der Schule für mich machen konnte.